Für jeden Führer, Eigentümer und Züchter eines Großen Münsterländers stellt die alljährliche Vorm-Walde-Herbstzuchtprüfung den Höhepunkt des Jahres dar. Aus allen Landesgruppen und dem Ausland werden die besten GM zu dieser Ausleseprüfung geschickt – und das bereits seit 1925. Heute wird die Vorm-Walde-HZP als „normale“ Herbstzuchtprüfung mit dem Zusatzfach „Stöbern ohne lebende Ente“ durchgeführt. Das Fach unterstreicht den besonderen Schwerpunkt der Rasse bei der Wasserarbeit. Hier zeigt sich die ausdauernde, systematische Suche und den ausgeprägten Finderwillen auch in sehr deckungsreichen und damit schwierigen Gewässern. Zusätzlich wird im Rahmen der Vorm-Walde-Prüfung auch eine Vorm-Walde-Zuchtschau durchgeführt. Beide Ergebnisse fließen in die Ermittlung des Vorm-Walde-Siegers mit ein.

Die Landesgruppe Westfalen-West möchte jeden Führer eines Großen Münsterländers in ihren Reihen ermuntern, junge Hunde in diesem Jahr auf einer HZP zu führen, am besten natürlich auf der HZP der Landesgruppe am 10. September rund um Borken (siehe Termine). Egal ob alter Hase oder Erstlingsführer: Jedem jungen GM sollte die Chance gegeben werden, sein Leistungsvermögen unter Beweis zu stellen. Das ist grundlegend wichtig für unsere Zucht und für das gesamte Jagdgebrauchshundewesen. Gerne stehen die Vorstandsmitglieder der Landesgruppe den Führerinnen und Führern mit Rat und Tat zur Seite, um sich bestmöglich auf die HZP und anschließend auf die Vorm-Walde-Ausleseprüfung vorzubereiten. Nur keine Scheu: Telefonnummern und E-Mail-Adressen sind unter „Ansprechpartner“ zu finden.

Natürlich hat jede Ausleseprüfung auch Zugangsvoraussetzungen, denn die Startplätze sind in der Regel begrenzt. Aber auch das ist kein Hexenwerk und jeder, der es möchte, wird vom Landesgruppen-Vorstand dabei unterstützt. Diese Zusammenarbeit ist generell wichtig, weil nur die Landesgruppe einen Großen Münsterländer zur Vorm-Walde-Ausleseprüfung anmelden kann, nicht der Führer oder Eigentümer selbst.

Die Teilnahme an der Vorm-Walde-Prüfung ist möglich, wenn die Hunde mindestens die folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Die Hunde dürfen keine bisher festgestellten zuchtausschließenden Mängel haben.

Das bedeutet zum Beispiel, dass nachweislich stumm oder waidlaut jagende Hunde nicht zur Vorm-Walde-Prüfung zugelassen werden. Sollte der Laut noch nicht festgestellt, also „fraglich“ sein, steht das einer Vorm-Walde nicht im Wege. Ebenso braucht zum Zeitpunkt dieser Ausleseprüfung noch kein Härtenachweis vorliegen. Ausgeschlossen werden aber Hunde mit Schussscheue oder Schussempfindlichkeit jeden Grades, Scheue am Wild, Ängstlichkeit vor fremden Personen, Aggression gegenüber Hunden und Menschen, Erbkrankheiten (z.B. Epilepsie, offenes Auge, usw.) sowie Hunde mit erheblichen Gebiss- und Zahnfehlern, wie Vorbiss, Rückbiss, Kreuzbiss, fehlende Schneide- und Fangzähne oder fehlende Molare und Prämolare. In der Regel werden solche Merkmale, vielleicht mit Ausnahme der Erbkrankheiten, auf der vorherigen Verbandsjugendsuche oder auch Zuchtschau festgestellt.

  • Hunde müssen im Haar- und im Formwert mindestens ein „Gut“ (g) haben – oder besser.
  • Dem Rassestandard gemäß sollten Rüden ein Stockmaß von 60 bis 65 cm aufweisen, Hündinnen von 58 bis 63 cm. Für beide Geschlechter gilt zusätzlich eine Toleranz nach oben von 2 Zentimetern.

Es können also keine Hunde zur Vorm-Walde zugelassen werden, die im Form- und Haarwert nicht mindestens „g/g“ vorweisen. Besser geht natürlich immer. Hintergrund ist, dass die Vorm-Walde eine Zuchtausleseprüfung ist, hier also potenzielle zukünftige Zuchthündinnen und -rüden gesichtet werden sollen. Denn nur, wenn mit sehr guten Hunden in Form, Haar und natürlich Leistung gezüchtet wird, kann die Rasse seinen hohen Standard halten und ausbauen. Das gilt natürlich auch unter Gesundheitsaspekten.

  • Hunde über 14 Monate (am Tag der Prüfung) müssen auf HD geröntgt sein (Ergebnis A oder B).
  • Hunde müssen zudem auf ED (ED-frei oder ED-Grenzfall) untersucht worden sein.

Der Hund muss zudem am Tag der Röntgenaufnahme (HD und ED) mindestens 12 Monate alt sein, um die Bilder korrekt beurteilen zu können. Das weitere Prozedere, wie mit den Aufnahmen zu verfahren ist, wird auf dieser Seite sehr gut beschrieben. Eine HD/ED-Beurteilung dauert erfahrungsgemäß etwa vier Wochen. Die Ergebnisse der Beurteilung müssen aber spätestens bis zum 15. September eines jeden Jahres bei Zuchtbuchführerin Gisela Hochfeld vorliegen. Deshalb jetzt einen Termin zum Röntgen in den nächsten Tagen vereinbaren, damit die Unterlagen noch rechtzeitig beim Zuchtbuchamt ankommen.

  • Der Eigentümer des jeweiligen Hundes muss Mitglied im VGM sein.

Wer noch Mitglied werden möchte, findet hier das passende Aufnahmeformular.

  • Eine komplette Kopie der Ahnentafel, sowie Ablichtungen aller Zeugnisse über Prüfungen, Zuchtschauen und Untersuchungen sind den Nennungen beizufügen.

Bitte keine Originale verschicken. Die Ahnentafel im Original muss erst am Tag der Prüfung im Suchenlokal vorgelegt werden. Dort wird dann auch der Impfpass kontrolliert. Also auch dran denken, dass der Impfstatus des Hundes in Ordnung ist. Der Tierarzt berät dazu sicher gerne.

Jeder Große Münsterländer muss vor der Vorm-Walde-Ausleseprüfung mindestens eine der folgenden Eigenleistung erbracht haben:

  • VJP bestanden, Spur mindestens “Sehr gut“ und HZP bestanden, dabei St. h. l. E. min. „Sehr gut“

oder

  • VJP absolviert und HZP mit Spur bestanden, dabei Spur und St. h. l. E. mindestens „Sehr gut“

oder

  • VJP absolviert und HZP ohne Spur bestanden, dabei min. in allen Anlagenfächern „Sehr gut“

oder

  • Vor Vollendung des 1. Lebensjahres HZP mit Spur bestanden, dabei Spur und St. h. l. E. mindestens „Sehr gut“.

Das alles sieht auf den ersten Blick kompliziert aus, ist es aber nicht unbedingt. Wer seinen Großen Münsterländer in diesem Jahr auf die HZP vorbereitet und der Hund zeigt eine tolle Leistung, derjenige sollte sich nicht scheuen, ein bisschen Mühe auf sich zu nehmen. Wir alle gehören zu einer großen GM-Familie und das zeigt sich auch und gerade auf der Vorm-Walde-HZP. Der Vorstand der Landesgruppe Westfalen-West unterstützt dich gern auf deinem Weg nach Glückstadt, wo die Landesgruppe Schleswig-Holstein in diesem Jahr unser Gastgeber ist.