Vorm-Walde-HZP 2020 – Entscheidung zur Absage getroffen

Nach langem Ringen haben auch wir – wie schon andere Jagdbrauchshundezuchtverbände zuvor – beschlossen, unsere diesjährige Vorm-Walde-Zuchtausleseprüfung abzusagen, die am 9.+10.10.2020 in Düren stattfinden sollte. Dies wurde nun gemeinschaftlich von der ausrichtenden Landesgruppe Rheinland und dem VGM beschlossen. Es ist sehr gründlich überlegt worden, ob die Durchführung in dieser besonderen Situation der andauernden Corona-Pandemie sinnvoll und sicher möglich wäre.

Folgende Überlegungen haben uns dabei geleitet:

Die Pandemie hat bereits zur Absage all unserer VJPen geführt. Es kann bis heute keine Aussage getroffen werden, ob eine Durchführung der HZPen, die nach den Zulassungsregeln die Voraussetzung für eine Meldung zur Vorm-Walde-Prüfung ist, in irgendeiner Form möglich sein wird.

Für die VJP wurde bereits eine Notlösung kommuniziert, um die Spurarbeiten der Hunde bewerten und die heraus wichtigen Erkenntnisse über die Eigenschaften des Zuchtjahrgangs ziehen zu können. Diese sind für die Steuerung der Zucht enorm wichtig. Sollten auch die HZPen im Vorfeld nicht durchführbar sein, so würde die Arbeit an der lebenden Ente ebenfalls nur noch über eine „Notlösung Ente“ bewertet werden können. Ob dies in der Kürze der Zeit zwischen einer ausfallenden HZP und der Vorm-Walde-HZP durchführbar wäre, ist äußerst fraglich.

Es kommt hinzu, dass in unseren Bundesländern und im Ausland unterschiedliche Bestimmungen des Umgangs mit der Corona-Pandemie erlassen wurden und dass auch die Pandemie hier sehr verschieden verläuft. Daraus folgt, dass die Führer sehr ungleiche Voraussetzungen haben, ihre Hunde auf die Prüfung vorbereiten zu können. Auch, wenn jetzt gerade schon Lockerungen in Kraft treten und dies aktuell Besserung verheißt, so werden doch weitere Ansteckungswellen erwartet. Und es sind regional immer wieder sehr restriktive Beschränkungen möglich. Dies benachteiligt insbesondere die unerfahrenen Hundeführer mit ihren Hunden, denn das gemeinsame Training unter Anleitung in den Übungsgruppen ist teils nur sehr eingeschränkt möglich, teils gar nicht. Unter den gegebenen Umständen würden wir im Zweifelsfall bei der Durchführung der Prüfung Äpfel mit Birnen vergleichen. Die Aussagekraft einer solchen Prüfung müsste daher in Frage gestellt werden. Zudem würde ein Teil der potentiellen Teilnehmer möglicherweise aufgrund gerade geltender Beschränkungen nicht teilnehmen können.

Ferner kommen zusätzliche Aspekte hinzu. Selbst, wenn jetzt schon Reisebeschränkungen aufgehoben werden, so ist es unklar, ob sie im Rahmen von einer zweiten oder dritten Ansteckungswelle nicht plötzlich wieder eingeführt werden. Es würde ein erhebliches finanzielles Risiko für die Teilnehmer, die ausrichtende Landesgruppe und den VGM insgesamt bestehen, wenn wir die Ausrichtung weiterverfolgen. Und was wäre eine Vorm-Walde-HZP, wenn am Ende nur eine Handvoll Teilnehmer dabei sein könnten?

Wir können heute nicht sagen, ob die Unterbringung der Teilnehmer aus dem In- und Ausland überhaupt möglich wäre, wenn Hotels zwischenzeitlich keine Gäste aufnehmen dürften. Wir wissen aber mit Gewissheit, dass eine Durchführung der Prüfung nur unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln möglich wäre. Gesellige Abende gemeinsamen Feierns im Kreis unserer GM-Familie wären nicht möglich oder eben nur unter Einhaltung eben dieser Regeln. Welch ein Verlust für unser GM-Familienfest!

Zudem: Ein nicht unerheblicher Teil unserer Teilnehmer, Richter und Zuschauer gehören den Risiko- oder den Hochrisikogruppen an. Wir tragen hier besondere Verantwortung, dass wir sie nicht unnötiger Gefahr aussetzen. Wir können heute nicht wissen, wie sich die Ansteckungszahlen – und damit die Ansteckungsgefahr – weiterentwickeln, zudem wissen wir, dass sie regional sehr unterschiedlich sein können und es sehr plötzlich zu äußerst dynamischen Entwicklungen kommen kann.

Und sollte sich auch nur ein Teilnehmer unserer Veranstaltung im Eifer des Gefechts aufgrund nicht eingehaltener Abstands- oder Hygieneregeln mit dem Corona-Virus infizieren, so wären wir als Veranstalter hierfür haftbar. Dieses Risiko können und wollen wir nicht tragen.

In Anbetracht all dieser Überlegungen sind wir schweren Herzens zu der Entscheidung gekommen, die diesjährige Vorm-Walde-HZP abzusagen.

Allen beteiligten Mitgliedern, die bereits jetzt schon viel Engagement in die Vorbereitung investiert haben, möchten wir ganz herzlich danken. Wir bedauern die Absage außerordentlich, können aber am Ende nicht anders handeln.

Den Zuchtjahrgang werden wir jedoch nicht verlieren. Die schon beschlossenen bzw. in Vorbereitung befindlichen Notlösungen werden uns eine Beurteilung der Hunde für die Zucht sicherstellen. Wir werden entsprechend darüber informieren.

Passen Sie weiterhin gut auf sich und Ihre Mitmenschen auf, und bleiben Sie gesund!

Die Landesgruppe Rheinland und der Vorstand des VGM